Motorrad richtig überwintern – so kommt dein Bike gut durch den Winter
Die letzte Tour ist gefahren, die Tage werden kürzer und irgendwann kommt der Moment, an dem das Motorrad für ein paar Monate in der Garage verschwindet.
Einfach abstellen, Plane drüber und im Frühjahr wieder starten? Kann funktionieren. Besser ist es, dem Motorrad vor der Winterpause ein bisschen Aufmerksamkeit zu gönnen.
Denn wer sein Motorrad richtig überwintert, schützt nicht nur Batterie, Reifen, Kette und Lack. Vor allem sorgt er dafür, dass beim ersten schönen Motorradtag im Frühjahr nicht erst geschraubt werden muss.
Und mal ehrlich: Wenn im März plötzlich die Sonne scheint, wollen wir doch alle dasselbe – Schlüssel rein und los. 🏍️😎
1. Motorrad vor dem Überwintern gründlich reinigen
Bevor das Motorrad für mehrere Monate abgestellt wird, sollte es sauber sein. Insektenreste, Straßenschmutz, Bremsstaub und andere Ablagerungen haben über den Winter schließlich reichlich Zeit, sich festzusetzen.
Deshalb: Motorrad gründlich waschen und anschließend vollständig trocknen lassen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen schwer erreichbare Stellen, Felgen, Verkleidungsteile und Bereiche rund um Motor und Fahrwerk.
Nach der Reinigung können lackierte und metallische Oberflächen mit geeigneten Pflege- beziehungsweise Korrosionsschutzmitteln behandelt werden.
Wichtig: Bremsen, Bremsscheiben und Reifen gehören natürlich nicht mit öligen oder wachshaltigen Pflegemitteln behandelt.
2. Tank voll oder leer?
Eine der klassischen Fragen beim Motorrad-Überwintern lautet: Soll der Tank voll oder leer sein?
Hier kommt es unter anderem auf das Material des Tanks und das Motorrad an. Bei Motorrädern mit Metalltank wird häufig empfohlen, den Tank möglichst voll abzustellen, um die Bildung von Kondenswasser und damit Korrosion im Inneren zu reduzieren.
Bei Kunststofftanks können andere Empfehlungen gelten.
Am besten lohnt deshalb zusätzlich ein Blick in die Betriebsanleitung des eigenen Motorrads.
Und wenn das Motorrad über mehrere Monate steht, sollte man sich auch mit dem Thema Kraftstoffalterung beziehungsweise Kraftstoffstabilisator beschäftigen.
3. Batterie – der Klassiker nach der Winterpause
„Klick.“
Mehr passiert nicht.
Wer das schon einmal beim ersten Startversuch im Frühjahr erlebt hat, weiß, warum die Batterie beim Überwintern besondere Aufmerksamkeit verdient. 😄
Je nach Motorrad, Batterieart und Stellplatz kann die Batterie ausgebaut oder im Fahrzeug belassen und mit einem geeigneten Ladegerät beziehungsweise Erhaltungsladegerät gepflegt werden.
Entscheidend ist, dass das verwendete Ladegerät zur verbauten Batterie passt – insbesondere bei modernen Lithium-Batterien.
Wer sein Motorrad in einer Garage mit Stromanschluss abstellt, hat es natürlich besonders bequem.
4. Reifen nicht vergessen
Monatelanges Stehen auf derselben Stelle ist für einen Motorradreifen nicht ideal.
Vor dem Einwintern deshalb den Reifendruck kontrollieren und dabei die Vorgaben des Motorrad- beziehungsweise Reifenherstellers beachten.
Optimal ist es, wenn das Motorrad so abgestellt werden kann, dass die Reifen möglichst entlastet sind – beispielsweise mit Hauptständer oder geeigneten Montageständern.
Ist das nicht möglich, kann es sinnvoll sein, das Motorrad während einer längeren Standzeit gelegentlich etwas zu versetzen, damit die Reifen nicht dauerhaft exakt an derselben Stelle belastet werden.
5. Kette reinigen und schmieren
Bei einem Motorrad mit Kettenantrieb gehört auch die Kette zum Winterprogramm.
Reinigen, Zustand kontrollieren und anschließend mit einem geeigneten Kettenpflegemittel behandeln.
Dabei kann man gleich einen Blick auf Kettenspannung, Ritzel und Kettenrad werfen.
Wer hier Verschleiß entdeckt, kann sich während der Wintermonate in Ruhe darum kümmern – statt drei Tage vor der ersten geplanten Tour.
6. Flüssigkeiten kontrollieren
Vor der Winterpause ist außerdem ein guter Zeitpunkt für einen kleinen technischen Rundgang.
Motoröl, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit sollten kontrolliert werden. Steht ohnehin ein Service oder Ölwechsel an, kann es sinnvoll sein, diesen bereits vor der Winterpause durchführen zu lassen.
Auch hier gilt: Die konkreten Wartungsintervalle und Herstellervorgaben des eigenen Motorrads haben Vorrang.
7. Der richtige Stellplatz
Ideal überwintert ein Motorrad trocken, gut belüftet und möglichst vor starken Temperaturschwankungen geschützt.
Eine Garage ist natürlich perfekt, aber nicht jeder hat eine.
Wer sein Motorrad draußen überwintern muss, sollte eine hochwertige, wetterfeste und zugleich ausreichend belüftete Motorradabdeckung verwenden.
In einer trockenen Garage reicht dagegen häufig eine leichte, atmungsaktive Abdeckung als Staubschutz.
Eine luftdicht eingepackte Maschine ist keine gute Idee: Kann Feuchtigkeit nicht entweichen, schafft man darunter schlimmstenfalls sein eigenes kleines Feuchtbiotop. 😉
8. Motor im Winter regelmäßig laufen lassen?
Das ist einer dieser Tipps, die sich hartnäckig halten:
„Ich starte sie im Winter alle paar Wochen und lasse sie zehn Minuten laufen.“
Davon sollte man eher absehen.
Kurzes Laufenlassen im Stand bringt Motor und Abgasanlage häufig nicht vollständig auf Betriebstemperatur. Dabei können Feuchtigkeit und Kondensate entstehen beziehungsweise zurückbleiben.
Wenn das Motorrad ordentlich eingewintert wurde, darf es normalerweise einfach in Ruhe schlafen.
Und wenn es bewegt werden soll, dann besser richtig – sofern Wetter, Straßenverhältnisse, Zulassung und Versicherung das natürlich zulassen.
9. Kleine Dinge mit großer Wirkung
Bevor endgültig die Abdeckung darüberkommt, lohnt sich noch ein letzter Rundgang.
Sind alle Taschen und Koffer leer? Liegt irgendwo noch eine angebrochene Wasserflasche? Sind Navi, Smartphone-Halter oder andere elektronische Geräte entfernt? Müssen Leder- oder Textilteile separat gepflegt werden?
Und wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, notiert sich, was vor der ersten Fahrt im Frühjahr noch erledigt werden muss.
Dann gibt es einige Monate später kein großes Rätselraten.
Und dann heißt es: Vorfreude. 🇮🇹🏍️
Das Motorrad ist sauber. Die Batterie versorgt. Die Kette gepflegt. Die Reifen sind kontrolliert.
Jetzt darf das Bike schlafen.
Und du?
Du kannst schon einmal darüber nachdenken, wohin die erste richtig schöne Motorradtour im neuen Jahr gehen soll.
Wir hätten da so eine Idee. 😎
Kurven. Berge. Espresso. Italienisches Essen. Und irgendwo dazwischen dieser erste Blick auf den Gardasee.
Denn nach dem Winter kommt irgendwann wieder dieser eine Moment:
Helm auf.
Motor an.
Erster Gang.
Und los. ❤️🏍️🇮🇹
GARDA BUDDIES – Was sonst!